Trilogie der Haushaltslyrik

Aus meinem siebenteiligen Epos:
sauber. machen. epiphanien zum frühstück (demnächst bei suhrkamp)

Wenn dürre Äste klagend beben,
die Triebe kahl gen Himmel heben,
die braune Erde Risse reißt,
brennender Staub die Lüfte beißt,
wenn manche schon ihr Leben ließen,
musst Du mal wieder Blumen gießen.

Es züngeln hoch die Flammen mächtig
alles verschlingend ohne Wort.
Es baut der Mensch die Häuser prächtig,
allein das Feuer nimmt sie fort.
Die Menschen, die das Schauspiel sehen,
ein heil’ger Schauer muss sie fassen.
Man sieht auch Dich dort grübelnd stehen:
Du hast den Herd doch angelassen.

Modernd wabern Höllendüfte
durch der Heimstatt Lebensraum.
Lieblich waren einst die Lüfte,
heute scheint es, ach!, ein Traum.
Würmer nur kann das vergnügen,
Fliegen fliegen ein und aus.
Maden sieht man Furchen pflügen,
heute muss der Abfall raus.

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