Zur Nachahmung empfohlen?

Aus Henning Köhler, Adenauer. Eine politische Biographie:

Im April 1930 machte [der Kölner OB Konrad Adenauer] mit seinen neuen Grundsätzen Ernst, als es um den Haushalt ging. Da scheute er auch vor Gebühren- und Steuererhöhungen nicht zurück. Letztere betrafen vor allem die Wirtschaft und lösten auf bürgerlicher Seite bittere Kommentare aus. Dennoch gelang ihm die Verabschiedung des Etats relativ leicht, denn er operierte geschickt mit der Drohung, daß andernfalls der preußische Staat mittels eines Staatskommissars den Haushalt feststellen werde, was für die Stadt wesentlich größere Nachteile zur Folge hätte. […] Um eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen, […] landete Adenauer im Dezember 1930 einen kühnen Coup. Er erhöhte die Grundsteuer in drastischer Weise.

Das ist der Schlüssel für die Interpretation des anstehenden Bonner Haushalts: Es handelt sich nur vordergründig um ein nüchternes Zahlenwerk, der Kenner sieht dahinter eindeutig eine liebevolle Hommage an den Altbundeskanzler. Meiner Einschätzung nach ein geschickter Schachzug der Kämmerei, um sich die Stimmen der Zentrumsfraktion im Bonner Stadtrat zu sichern.

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