Bonner Limericks

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I.
Der Geislarer Kritiker Blöcher
schaut Pornos daheim noch und nöcher.
Mit Kritik spart er nicht,
als er sie dann bespricht:
die Handlung hat zu viele Löcher.

II.
In Alfter und Hardtberg und Auerberg
verrichten drei Männer ihr Tagewerk,
doch nachts geht es rund
und sie vögeln sich wund
in After und Hartberg und Auaberg.

III.
„Buschdorf Inkasso“-Chef Dörte
mahnt ihre Leute zu Härte.
Drum packt sie – Applaus! –
ihre Titten schnell aus,
schon hat sie, was sie begehrte.

IV.
Ich kannte nen Stricher aus Vilich,
der war zugleich teuer und billig.
Bis nachts um halb vier
steckte er tief in mir,
ich gab ihm mein Dosenpfand willig.

V.
In Brühl schmust (statt etwas zu kochen)
Renée lieber mit ihrem Jochen.
Bei ihm läuft es rund,
er schnurrt und er brummt,
die Akkus, die halten noch Wochen.

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Mehr schmutzige Schüttelreime

Wenn ich nur deine Füße seh,
wird mir ganz warm, du süße Fee.

Gestern mit dem fetten Nick
hatte ich nen netten Fick.

Er fühlt sich wohl in seinen Fesseln
in seiner Herrin feinen Sesseln.

Legt er sich zum Wichsen nieder,
denkt er an Richard Nixon wieder.

Bei Sex hinter der Hecken Zier
gilt Vorsicht: Es gibt Zecken hier!

Vgl. auch: Schmutzige Schüttelreime (22.09.2009)

Trilogie der Haushaltslyrik

Aus meinem siebenteiligen Epos:
sauber. machen. epiphanien zum frühstück (demnächst bei suhrkamp)

Wenn dürre Äste klagend beben,
die Triebe kahl gen Himmel heben,
die braune Erde Risse reißt,
brennender Staub die Lüfte beißt,
wenn manche schon ihr Leben ließen,
musst Du mal wieder Blumen gießen.

Es züngeln hoch die Flammen mächtig
alles verschlingend ohne Wort.
Es baut der Mensch die Häuser prächtig,
allein das Feuer nimmt sie fort.
Die Menschen, die das Schauspiel sehen,
ein heil’ger Schauer muss sie fassen.
Man sieht auch Dich dort grübelnd stehen:
Du hast den Herd doch angelassen.

Modernd wabern Höllendüfte
durch der Heimstatt Lebensraum.
Lieblich waren einst die Lüfte,
heute scheint es, ach!, ein Traum.
Würmer nur kann das vergnügen,
Fliegen fliegen ein und aus.
Maden sieht man Furchen pflügen,
heute muss der Abfall raus.

Bonner Schüttelreime

Was soll ich auf der Donau grübeln,
ich will doch nur in Gronau dübeln.

Pferde aus der Südstadt?
Die gibts auf dem Gestüt satt.

Gelber Schnee am Venusberg
war meistens eines Penis‘ Werk.

Für meinen Garten vil ich Birken,
sie dürfen bloß nicht billig wirken.

Wohl ausstaffiert sind Pützchens Massen,
zum Markt muss jedes Mützchen passen.

Siehe auch: Schmutzige Schüttelreime

Dirty Talk unter Altphilologen

Schickt die Kinder raus, wir machen jetzt lateinische Lyrik. Aber nicht dieses langweilige Zeug von Ovid und Horaz, das die Schüler reihenweise fort in die Spanisch-Kurse treibt, sondern den antiken Epigrammatiker Martial. Dieser schöne Blog hat sich der chronologischen Aufarbeitung seiner Kurzgedichte gewidmet, leider ist der Kollege nur bis zum dritten Martial-Buch gekommen und verspricht einem seitdem seit fünf Jahren ein Update „in den nächsten paar Tagen“, o Wunder des Internets. Egal, auch bis dahin findet sich schon manche Perle.

Dieser Zweizeiler hier widmet sich zum Einstieg einem klassischen Topos über ganz bestimmte körperliche Zusammenhänge:

Mentula tam magna est quantus tibi, Papyle, nasus,
ut possis, quotiens arrigis, olfacere. (VI, 36)

[Dein Schwanz ist so riesig, Papylus, genau wie deine Nase / so dass Du, immmer wenn Du einen Steifen hast, dran riechen kannst.]

Mentula, -ae, f. (= Schwanz, Penis) bitte merken, das kommt noch öfters. Immerhin ist der Vers wesentlich origineller als „Wie die Nase eines Mannes so auch sein Johannes“ oder ähnliches. Spricht sich übrigens unter Beachtung von Hexa- und Pentameter etwa so:

Next one:

Mentula cum doleat puero, tibi, Naevole, culus,
non sum divinus, sed scio quid facias. (III, 71)

[Dem Jungen tut sein Penis weh und dir, Naevolus, der Hintern / Ich bin zwar kein Prophet, aber ich weiß, was Du machst.]

Ich kann nur appellieren: Frau zu Guttenberg, übernehmen Sie bitte!

Quod pectus, quod crura tibi, quod bracchia vellis,
quod cincta est brevibus mentula tonsa pilis,
hoc praestas, Labiene, tuae – quis nescit? – amicae.
Cui praestas, culum quod, Labiene, pilas? (II, 62)

[Du ziehst dir die Haare von Brust, Beinen, Armen / dein geschorener Schwanz ist umringt von kurzen Stoppeln / du tust das, Labienus – wer weiß es nicht? – für deine Freundin. / Für wen aber, Labienus, rasierst Du dir deinen Arsch?]

Die Leute, die er in seinen Spottgedichten anspricht, sind zwar alle fiktiv, aber irgendwie wirkt Martial trotzem oft wie die antike Frühform eines durchgedrehten Klatschkolumnisten. Eine hübsche kleine Familiengeschichte zum Abschluss:

Uxorem habendam non putat Quirinalis,
cum velit habere filios, et invenit
quo possit istud more: futuit ancillas,
domumque et agros implet equitibus vernis.
pater familiae verus est Quirinalis. (I, 84)

[Quirinalis denkt nicht, dass er eine Frau haben müsste / will aber gleichzeitig Söhne und findet / einen Weg: Er vögelt seine Sklavinnen / und füllt Heim und Felder mit hausgemachten Rittern. / Quirinalis ist ein echter Familienvater.]

Geschenktipp: Einfach den Namen eines Freundes gegen den in einem Epigramm austauschen und das ganze mit Goldrand drucken lassen. (Vorher aber unbedingt sicherstellen, dass der Beschenkte kein Latein kann.)

Schmutzige Schüttelreime

Das wollt ich Dir schon lange stecken:
Ich möchte Deine Stange lecken.

Mein Mund, der wird vom Blasen rau,
der Nachbar färbt den Rasen blau.

Sobald man was von Titten sagt,
das Komitee für Sitten tagt.

Wo immer schwule Saunen stehn,
kann man Schwule staunen sehn.

Der Mann, der immer ficken will,
ganz plötzlich in die Wicken fiel.